• Kreditumschuldung

    Geschrieben am 16. Februar 2010 admin Keine Kommentare

    Der Begriff Kreditumschuldung beschreibt die Neustrukturierung bestehender Verbindlichkeiten. Dabei kann es sich um die Zusammenfassung diverser Salden oder Kredite in einen neuen Kredit, um die Umwandlung kurzfristiger Verbindlichkeiten in langfristige Darlehen oder umgekehrt oder um die Übertragung bestehender Kredite auf ein neues Pfandobjekt (Austausch von Kreditsicherheiten) handeln. Wenn Sie sich mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen, sollten Sie zunächst wissen , unter welchen Voraussetzungen eine Kreditumschuldung sinnvoll und/oder möglich ist.

    Eine Zusammenfassung bestehender kurzfristiger Verbindlichkeiten oder ungeregelter Salden in einen Kredit mit fester Zinsbindung und fest vereinbarten Rückzahlungsmodalitäten ist immer sinnvoll und wird in der Regel auch positiv von Ihrer Hausbank begleitet werden, entstehen durch dieses Procedere doch folgende Vorteile: Der Zinssatz für einen privaten Ratenkredit ist in jedem Fall günstiger als der Zinssatz für Überziehungskredite oder mögliche ungeregelte Überziehungen, und durch vereinbarte Tilgungsraten im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten ist eine sukzessive Reduzierung Ihrer Verbindlichkeiten absehbar. Zudem habe Sie mit nur einem Kredit eine bessere Übersicht über Ihre wirtschaftliche Lage als mit zahlreichen, möglicherweise ungeordneten Salden.

    Für eine Umschuldung kurzfristiger Kredite in langfristige Darlehen bieten sich nicht die Konsumentenkredite, sondern Kredite zur Anschaffung langlebiger Wirtschaftgüter, insbesondere Immobilienkredite, an. Sollten Sie zu den Investoren gehören, die bei Finanzierung ihrer Immobilie von zukünftig sinkenden Zinsen ausgegangen waren und deshalb keine langfristige Zinsbindung gewählt hatten, so wäre jetzt aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus eine Kreditumschuldung mit langfristiger Zinssicherung anzuraten.

    Der umgekehrte Fall, die Umschuldung von langfristigen Krediten in kurzfristige, ist immer dann sinnvoll, wenn eine ursprünglich vereinbarte Zinssicherung vertragsgemäß ausläuft, Sie sich aber aufgrund eines aktuell sehr hohen Zinsniveaus und der Erwartung, dass mittelfristig eine Zinsreduzierung zu erwarten ist, zunächst nicht langfristig neu binden wollen. In diesem von der derzeitigen Zinssituation weit entfernten Fall sollten Sie mit Ihrer Bank für den zur Zinsanpassung anstehenden Restkredit eine Kreditumschuldung in einen Kredit mit kurzfristiger Zinsbindung aushandeln.

    Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch der Austausch von Kreditsicherheiten als Kreditumschuldung tituliert,
    obwohl es sich dabei banktechnisch um einen Pfandaustausch handelt. Dabei bleiben die Konditionen für den bestehenden Kredit in der Regel unverändert, Sie geben Ihrer Bank lediglich eine neue Sicherheit. Dies wird notwendig bei Verkauf einer Immobilie, wenn eine Kreditrückzahlung aufgrund einer noch bestehenden Zinsbindung nicht möglich oder aber sehr teuer ist oder aber Sie die durch Verkauf freiwerdenden Mittel in eine neue Immobilie investieren wollen.

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